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Die DSVGO, mit dem Auge des Verbrauchers betrachtet

Die DSVGO, die ab dem 25. Mai 2018 in Kraft tritt, soll die Rechte der Verbraucher stärken. Welche Vorteile haben Verbraucher, was ändert sich und wo sollte man (noch) vorsichtig sein?

Muss ich auf die Flut von Mails von Newsletter-Anbietern und Onlinestores reagieren?

Werbung und Info-Newsletter sind künftig nur noch mit doppelter Einwilligung des Verbrauchers zulässig. Dies geschieht beispielsweise, indem Sie ihre Daten beim Mailversender eingetragen und zusätzlich auf eine Bestätigungsmail reagiert haben. Wem es zu lästig ist, auf die Vielzahl der aktuellen Bestätigungsanfragen zu reagieren, sollte ab sofort keine Mails mehr vom betreffenden Anbieter erhalten.

 

Wie sieht es  mit der Nutzung von Facebook und Whatsapp für unter 16-jährige aus?

Personenbezogene Daten Minderjähriger dürfen nur verarbeitet werden, wenn diese das 16. Lebensjahr vollendet haben. Darum hat WhatsApp das Mindestalter von 13 auf 16 Jahre angehoben. Bei Facebook ist das Mindestalter zur Nutzung weiterhin 13 Jahre. Die damit notwendige Anfrage zur Zustimmung der Eltern schickt Facebook an die Eltern – sofern deren Mailadressen mitgeteilt werden.

 

Was ist bei WhatsApp noch zu beachten?

Privatleute müssen nur entscheiden, ob sie WhatsApp die Nutzung ihrer Daten erlauben wollen. Achtung: wer WhatsApp auf dem Firmen-Smartphone nutzt, darf diese Einwilligung eventuell gar nicht selbst erteilen – denn WhatsApp nutzt in diesem Fall ja die Daten aus dem Adressbuch des Firmen-Handys. Rechtlich gehen damit Personendaten von dem Gerät eines Unternehmens an ein anderes Unternehmen – dafür müsste der Arbeitgeber von jedem Kontakt im Adressbuch einzeln eine Einwilligung bekommen. Da dies schwerlich realisierbar ist, sollte WhatsApp für die Firmenkommunikation vorerst tabu sein.

 

Was muss ich bei Instagram beachten?

Bei Instagram müssen Sie ebenfalls nur der Verarbeitung ihrer Daten zustimmen. Spannend ist hier jedoch Ihr Recht auf Auskunft. War Instagram bisher eine Einbahnstraße für die Inhalte, auf der man zwar Bilder und Videos hochladen konnte, jedoch kein Download möglich war, so muss das Programm laut DSVGO nun auch ein Werkezeug zum Herunterladen der Nutzerdaten zur Verfügung stellen.

 

Was geschieht bei einem Anbieter-Wechsel?

Hier ist die DSVGO hilfreich für den Verbraucher, denn sie macht einen Wechsel z.B. von einem Streamingsdienst zum anderen erheblich einfacher, weil sie ein Recht auf Datenmitnahme vorsieht. Wer also von Spotify zu Apple Music wechseln möchte, kann seine geliebten Playlisten einfach übertragen.

 

Wie beantrage ich eine Datenauskunft?

Wenn Sie wissen möchten, was ein Unternehmen über Sie gespeichert hat, können Sie  eine formlose Anfrage per Mail oder Brief stellen. Das Unternehmen muss alle Informationen wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Beruf, medizinische Befunde sowie Nutzerinhalte wie Fotos oder Bilder als Kopien zur Verfügung stellen. Kontaktadressen für diese Anfragen müssen auf der Webseite im Impressum zu finden sein. Die Auskünfte sind kostenlos und sollen binnen eines Monats erteilt werden.

 

Wie erreiche ich eine Korrektur oder Löschung meiner Daten?

Sie können auch nach Zustimmung  jederzeit eine Löschung oder Korrektur Ihrer Daten verlangen. Ebenfalls können Sie jederzeit Ihre Einwilligung zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten widerrufen. Es reicht übrigens nicht aus, die Daten nicht mehr sichtbar zu machen. Sie müssen auch tatsächlich gelöscht werden. Zudem müssen die Unternehmen mögliche Drittnutzer über den Löschungswunsch informieren. Das Recht auf Löschung gilt nicht, wenn die Verarbeitung der persönlichen Daten zur Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und Information erforderlich ist.

 

Wer hilft bei Datenschutzverstößen?

Gegen Datenschutzverstöße gehen die Landesschutzbehörden vor, es dürfen in Deutschland aber auch andere Verbände klagen.  Sie können sich also an Verbraucherschutz- und andere Interessenverbände wenden.

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