skip to Main Content

So kommen VW-Kunden doch noch zu ihrem Recht

  • Blog

Ab 1. Januar 2018 möchte VW möglichst alle Kundenforderungen aus dem Dieselskandal verjähren lassen. Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Affäre sollen Verbraucher deshalb keine Nachbesserung mehr verlangen können.

6,8 Millionen Autos mit EA-189-Motoren hat VW in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben nachgerüstet, darunter mit rund zwei Millionen fast alle betroffenen Wagen in Deutschland.  Fast 2  Millionen betroffene Fahrzeuge gibt es alleine in Deutschland. Es existieren keine Zahlen zur Rücknahme von Fahrzeugen. Beanstandungen gebe es nur im Promillebereich, so VW. Es liegen aber Hinweise auf mindestens 25.000 Kunden vor, die rechtlich gegen VW vorgehen. 9.000 Klagen räumt der VW-Konzern selbst ein.

  • Wenn nach der Nachrüstung des VW, des Audi, Porsche, Seat oder Skoda noch immer Probleme am Wagen auftreten, haben Kunden weitere Ansprüche gegen Volkswagen – die Verjährungsstrategie nützt dem Konzern an der Stelle nichts.
  • Kunden können sogar noch einen Schritt weiter gehen. Das Landgericht Hildesheim hat schon Anfang 2017 die Volkswagen AG zu Schadensersatz verurteilt und spricht von vorsätzlicher Verbraucherschädigung (Az. 3 O 139/16). Solche Delikte verjähren erst zum 31. Dezember 2018.
  • Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, bei finanzierten Verträgen den Autokauf über einen Widerruf des Kreditvertrags rückgängig zu machen. Anschließend lässt sich dann auch der Kaufvertrag rückabwickeln. Zahlreiche Autokreditverträge sind fehlerhaft und eröffnen den Kunden diese Chance.

Die Prozesse gegen VW können sich wie oft bei Rechtsstreitigkeiten mit Konzernen durch mehrere Instanzen ziehen und teuer werden. Vor zahlreichen Landgerichten haben VW-Kunden allerdings schon gewonnen, so etwa in Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig, Bayreuth, Hagen, München, Wuppertal und Heilbronn. In Braunschweig, Bayreuth und Wuppertal sind die Urteile nach Angaben der Anwälte der VW-Käufer auch rechtskräftig. VW hingegen spricht von 1.200 allesamt nicht rechtskräftigen Urteilen – überwiegend zugunsten des Konzerns.

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollte Sie als Kunde das nicht schrecken. Auch ohne Rechtsschutzversicherung können Sie das Kostenrisiko einfangen, müssen aber möglichweise auf einen Teil des vor Gericht erstrittenen Geldes verzichten. Anwaltskooperationen haben mittlerweile Konzepte entwickelt, bei denen das Prozessrisiko übernommen wird. Eine Überprüfung lohnt sich auf jeden Fall – bis jetzt ist es eher erstaunlich, wie selten deutsche Kunden ihre Ansprüche auf Nachbesserung prüfen lassen.

Back To Top