Close

CheckdeinRecht - Kostenloser Erstcheck

Ryan-Ärger mit Happy End

Wir lösen Ihr Rechtsproblem

Ihre Rechtsberatung von den besten Anwälten

Ryan-Ärger mit Happy End

Herr Schlingellamm und seine Frau Helga wollten sich Ferienwohnungen auf Mallorca anschauen und hatten dazu einige Termine für Besichtigungen mit einem Makler vereinbart. Ende Mai wollten sie an einem Sonntag Nachmittag von Frankfurt/Hahn nach Palma de Mallorca fliegen und Montagabend wieder heimkehren. Sie buchten die Hin- und Rückflüge mit Ryanair, denn die sind ja bekanntlich günstig.

Am Samstag Nachmittag erhielt das Ehepaar jedoch per SMS die lapidare Info, dass der Ryanair-Rückflug von Palma de Mallorca nach Frankfurt/Hahn ausfalle. Dazu gäbe es einen Link, unter dem sie eine Rückerstattung einfordern oder eine Umbuchung vornehmen können sollten. Ein Grund für den Ausfall wurde nicht genannt. Einen alternativen Rückflug gab es zwar, jedoch war dieser bereits ausgebucht. Daher beschloss das Ehepaar, nicht zu fliegen – beide Partner hatten Dienstag wieder berufliche Termine und es war nicht absehbar, ob sie einen Rückflug finden würden. Folglich mussten das gebuchte Hotel sowie der Termin mit dem Makler abgesagt und Stornierungskosten gezahlt werden.



Mit diesem Sachverhalt wendete sich Herr Schlingellamm an Check dein Recht. Wir sind Spezialisten für Flugast- und Reiserecht und das ist gleichbedeutend mit einem großen Erfahrungsschatz in Sachen Ryanair. Es ist mittlerweile hinreichend bekannt, dass die Airline nicht nur häufig Verspätungen und Flugausfälle hat, sondern darüber hinaus auch nur sehr schleppend und widerwillig entschädigt. Sehr selten gelingt es Passagieren ohne Beistand, die ihnen zustehenden Zahlungen auch zu erhalten, denn Ryanair hat offenbar die Richtlinie, außergerichtlich niemals auszuzahlen.

Nach der Bevollmächtigung erging ein Aufforderungsschreiben an Ryanair über die Zahlung einer Entschädigung nach EU-Fluggastrechteverordnung mit Fristsetzung von 14 Tagen. Es erfolgte keine Reaktion, so dass Zahlungserinnerungen folgten – die letzte außergerichtliche Mahnung Ende Mai. Darauf reagierte Ryanair nun endlich – und wies die Ansprüche in kompletter Höhe ohne Begründung zurück!

Unsere Kooperationsanwältin Frau Steinacker übernahm das Mandat und fertigte ein aussergerichtliches Schreiben an Ryanair, auf welches – wen wundert es – keinerlei Reaktion erfolgte.

Mittlerweile Ende September reichte Rechtsanwältin Steinacker die Klage ein, welche Ende Oktober der Gegenseite zugestellt wurde. Die 6-wöchige Frist zur Erwiderung verstrich und am Nikolaustag 2018 stellte Ryanair den Antrag auf Fristverlängerung bis zum 24.01.2019.

Am 23.01.2019 erging die 11-seitige Klageerwiderung, in der sich Ryanair auf einen angeblichen Streik berief. Diesen gab es in dem Zeitraum zwar tatsächlich, jedoch fand dieser in Frankreich statt. Ausserdem seien Unwetter der Grund für den Flugausfall gewesen. Einen Beweis für die Behauptung blieb der gegnerische Anwalt jedoch schuldig.

So wurde vom Amtsgericht Simmern/Hunsrück der Gerichtstermin für den 01.04.2019 terminiert und dazu sowohl ein von Ryanair benannter Mitarbeiter der Flugsicherung als auch ein eigens bestellter Dolmetscher geladen. Unserer Rechtsanwältin wurde etwas mulmig, denn wenn das Verfahren verloren würde, entstünden erhebliche Kosten und Check dein Recht hatte zuvor das Prozessrisiko übernommen.  Am 14.03.2019 antwortete Frau Steinacker nochmals auf die Klageerwiderung, woraufhin am 27.03.2019 der gegnerische Rechtsanwalt bei Frau Steinacker anrief. Man wolle sich gerne einigen und bot großzügig die Hälfte der geforderten Entschädigung an. Unsere Anwältin ging das Risiko ein und lehnte diesen Vergleich rundheraus ab.

Zwei Tage später liess Ryanair durch seine Anwälte mitteilen, man sei an der Durchführung eines Rechtsstreites nicht interessiert und erkenne daher die volle Forderung an. 

Ein fast ein Jahr dauernder Prozess mit ellenlangen Schriftsätzen und einem immensen Zeitaufwand hat schliesslich zu einer Ausgleichszahlung von 500,00 EUR geführt. Das hätte man schneller und günstiger haben können, aber das ist offensichtlich nicht die Strategie von Ryanair. Offenbar ist es für den Billigflieger immer noch günstiger, Ansprüche ihrer Fluggäste mit allen Mitteln abzuwehren und dabei darauf zu hoffen, dass die meisten unterwegs entnervt aufgeben als die berechtigten Ansprüche rasch zu bedienen.

Finde Sie Ihren Rechtsexperten:

Arbeitsrecht

Fluggastrecht

Mietrecht

Reiserecht

Verkehrsrecht

Vertragsrecht