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Verwirrte Biene befreit nicht von Fluggastentschädigung

So kreativ versuchen Fluggesellschaften, sich vor Ausgleichzahlungen an Passagiere wegen Flugausfällen und –verspätungen zu drücken

Flugverspätungen  und –ausfälle sind für Reisende ärgerlich, aber in Zeiten stark wachsenden Flugaufkommens keine Seltenheit. Die gute Nachricht: in den letzten Jahren wurden die Rechte der Passagiere gestärkt. Eine Verspätung von mehr als drei Stunden wird einem Flugausfall gleichgestellt und mit Ausgleichszahlungen (abhängig von der Entfernung) von 250 bis zu 600 Euro pro Passagier abgegolten.

Man kann leicht errechnen, dass dies für die Airlines eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. Bei 120 Passagieren, die nach Mallorca fliegen und mehr als drei Stunden später als geplant ankommen, drohen mal eben 30.000 Euro an Ausgleichszahlungen.

Verständlich, dass die Fluggesellschaften gerne Gründe anführen, die als „außergewöhnliche Umstände“ oder „höhere Gewalt“ gelten und sie von der Zahlung befreien. Dabei kommt es allerdings bisweilen zu kuriosen Ausreden. Besonders Tiere werden dabei gerne angeführt.

Herrenlose Tiere an Bord nachvollziehbar als Sicherheitsrisiko. Eine Fluggesellschaft redete sich mit einem blinden Passagier in Form einer Ratte heraus. Da die Ratte trotz angeblicher stundenlanger Suche weder dingfest noch sichtbar gemacht werden konnte und der Beweis folglich auch nicht erbracht werden konnte, entschied das Gericht auf Ausgleichszahlung zu Gunsten des Passagiers.

Auch noch kleiner Tiere wurden herangezogen, um eine Zahlung zu verweigern: eine verwirrte Biene hatte sich in ein sogenanntes Pilotrohr verkrochen und war nicht zum Aussteigen zu überreden. Da die Fluggesellschaft jedoch verpflichtet gewesen wäre, die Öffnung des Rohres mit einer Schutzkappe zu versehen, zog auch diese Ausrede nicht.

Auch der versehentliche Genuss von Alkohol ist keine „höhere Gewalt“. Ein mehr als 24 Stunden verschobener Flug wurde damit begründet, dass der Co-Pilot versehentlich statt des bestellten Glases Wasser einen Gin Tonic erhalten habe. Weil er derart durstig war, dass er das halbe Glas bereits intus hatte, bevor er den winzigen geschmacklichen Unterschied bemerkte, kam es zu der Verspätung. Die Airline glaubte, durch dieses unverschuldete Versehen nicht zur Zahlung verpflichtet gewesen zu sein – ein Irrtum, wie das Gericht entschied…

Ein Fluggast, der am Ballermann den Abschied von der Ferieninsel etwas zu ausgiebig gefeiert hatte und sich im Flugzeug auf die Sitze übergeben musste, führte zu einer ausgiebigen Säuberungsaktion nebst ebensolcher Verspätung. Für solcherlei Entgleisungen ist die Airline hingegen nicht haftbar zu machen – hier lehnte das Gericht die Forderung nach Fluggastentschädigung zurück.

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